Wie Social Media die neue Studienberatung wird
Medizin studieren ohne NC? Karrierechancen nach der Ausbildung? Oder einfach wissen, wie der Alltag im Medizinstudium aussieht? Junge und jüngere Menschen zwischen 18 und 35 Jahren suchen genau solche Informationen – und das nicht mehr zwingend auf klassischen Infoveranstaltungen wie einem Tag der offenen Tür, sondern auf Instagram, TikTok und Co. Doch wie können medizinische Hochschulen und Kliniken diese Möglichkeiten nutzen, um effektiv die Fachkräfte von morgen zu erreichen?
Seit Dezember 2024 bin ich für das Marketing an der Medizinischen Hochschule Brandenburg (MHB) verantwortlich und teile hier immer mal wieder konkrete Ideen und Best Practices.

Zielgruppen gezielt ansprechen
Woher weiß ich, welche Inhalte meine Zielgruppe sehen möchte?
Die Antwort liegt oftmals schon im Alltag der Zielgruppe praktischerweise. Während Abiturienten eher auf Instagram und TikTok unterwegs sind, suchen medizinische Fachangestellte (MFA, ZFA) oft auf LinkedIn nach Weiterbildungsmöglichkeiten. Da ist es quasi naheliegend, dass ein möglichst erfolgreiches Social Media Marketing natürlich mit einer klaren Zielgruppenstrategie beginnen sollte. In meinem Fall waren das zuerst:
Instagram sowie TikTok für authentische Einblicke und emotionales Storytelling. Vor allem TikTok wird fast ausschließlich von mittlerweile drei Studierenden der MHB betreut. Authentischer geht´s also quasi nicht.
YouTube nutzen wir dann eher für tiefere Einblicke in Studiengänge und das Campusleben sowie zu special interest Themen wie Finanzierung, Immatrikulation, Tag der offenen Tür und ähnliche Dinge. Hier sind die Inhalte auch, die wir auf der Webseite einbinden.
LinkedIn betreut mein Kollege, richtet sich hier mit Forschungsnews und relevanten Inhalten unseres Verbundes an andere Kliniken sowie die Presse, wir nutzen es aber auch für Karrierechancen und Weiterbildung nach der Ausbildung. Bisher wachsen wir organisch sehr schön – mit nativen Ads haben wir noch nicht gearbeitet.
Ein kleines Beispiel: Eine Instagram-Story-Serie oder auch ein TikTok unter dem Motto „Ein Tag im Leben einer Medizinstudentin“ kann Abiturienten oder auch grundsätzlich Studieninteressierte praxisnah und authentisch zeigen, was sie erwartet – und motiviert sie gleichzeitig, den nächsten Schritt zu gehen. Hier werden interessanterweise auch viele Fragen gestellt, die oftmals mit einem Video im Nachgang beantwortet werden.

Themen, die wirklich interessieren
Von der Finanzierung bis zur Freizeit: Inhalte, die überzeugen müssen!
Potentielle Studierende suchen nicht bloß nur nach Fakten, sondern nach Orientierung. Besonders erfolgreich empfinde ich Inhalte, die praktische Fragen beantworten, gleichzeitig aber im besten Fall emotional direkt ansprechen
Finanzierungstipps: Welche Förderungen und Stipendien gibt es? Wo kann ich diese beantragen? Habe ich überhaupt ein Anrecht auf Förderung? Wer kann mich hier unterstützen und wann muss ich mich darum kümmern?
Wohnen & Leben: Tatsächlich eine der häufigsten Fragen, die wir an der MHB bekommen. Wo kann ich im Land Brandenburg gut und günstig wohnen? Gibt es Wohnheime? Wie machen es die anderen Studis an der MHB? Kann ich mich mit ihnen austauschen? Gibt es Wohnbörsen oder andere Gruppen, die sich gegenseitig supporten? Zum Beispiel mit Nachmietern?
Karriereperspektiven: Bei einer jüngeren Umfrage, was die Studierenden nach Abschluss erwarten und wieso sie studiert haben, kam eine nahezu 50/50 Verteilung raus: Ca. 50% möchten anderen Menschen helfen, Geld ist zweitrangig. Die anderen 50% studieren, um möglichst weit in ihrer persönlichen Karriereplanung zu kommen, was sich dann auch monetär auszahlen soll.
Ein Praxisbeispiel: Wir starteten eine TikTok-Reihe mit dem Titel „3 Fakten, die du über das Medizinstudium wissen musst“. Kurze, informative Clips beantworteten häufige Fragen und erreichten in wenigen Wochen Tausende von Aufrufen.

Erfolgreiche Formate und kreative Ideen
So kann man den Social Media Auftritt zum Erfolg bringen!
Gute Social Media Accounts leben von kreativen Formaten und interaktiven Elementen. Natürlich hängt es auch von der Zielgruppe ab und von der Branche. Klassische „Tanzvideos“, wie man sie von TikTok her kennt, passen nicht in die Social Strategie der MHB. Aber man kann da durchaus andere Sachen machen:
Reels/Shorts: Kurze Videos im 9:16 Format zu Alltagstipps, Studieninhalten oder Freizeitmöglichkeiten in der Region.
Q&A-Sessions: Live-Interviews mit Studierenden oder Professoren beantworten die häufigsten Fragen. Bisher machen wir dies noch über WebEx als virtuelle Info-Veranstaltungen. Eine Ausweitung auf Social Media möchte ich in diesem Jahr noch gern als Testballon versuchen.
Takeover-Formate: Studierende übernehmen den Instagram-Account und berichten direkt aus ihrem Alltag oder auch von Veranstaltungen. So wieder am 10.5., wenn unser MHB-Team in einem Benefiz-Fußballturnier in Neuruppin antritt.
Kleiner Tipp: Besonders erfolgreich sind oftmals Formate, die Emotionen und Mehrwert verbinden. Statt trockener Fakten kann ein Erfahrungsbericht wie „Warum ich mich trotz meines Abi-Schnitts von 3,2 für ein Medizinstudium entschieden habe“ große Reichweite erzielen.
Jetzt aktiv werden!
Egal ob medizinische Hochschule oder Klinik – Social Media bietet enorme Chancen, um junge und jung gebliebene Menschen gezielt anzusprechen und für Gesundheitsberufe zu begeistern. Wer dabei auf authentische Inhalte und die richtigen Plattformen setzt, kann wertvolle Talente gewinnen.
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